In elf Stunden von Dänemark nach Italien* –
auf Kosten von Mensch und Natur in Ostholstein
Seit 2020 besteht Baurecht für den umstrittenen Tunnel in der Ostsee zwischen Dänemark und Deutschland. Mittlerweile sind in Dänemark und auf Fehmarn die Bauarbeiten in vollem Gange.
Klagen vor Gericht gegen diese mehrspurige Trasse für Straße und Schiene durch das Ökosystem Ostsee wurden abgewiesen – zugunsten einer schnelleren Verbindung zwischen den Metropolen Kopenhagen und Hamburg und letztlich auch in den Süden Europas. „In elf Stunden von Dänemark nach Italien“ lautet eine Parole der Tunnelbefürworter – koste es was es wolle.
Der Ostseetunnel erfordert in Ostholstein eine leistungsfähige Schienenanbindung für Güter- und Personenschnellzüge. Dadurch wird Ostholstein auf knapp 90 km Länge zu einem reinen Transitland degradiert, mit unabsehbaren Folgen für Menschen und Umwelt.
Mittlerweile gibt es für zwei der zehn Streckenabschnitte der sogenannten „Hinterlandanbindung“ Baugenehmigungen. Die anderen befinden sich in unterschiedlichen Stadien des Feststellungsverfahrens. Im besonders komplizierten und umstrittenen Abschnitt Bad Schwartau ist als letztem die Einwendungsfrist für die betroffenen Bürger gerade abgelaufen.
Wofür wir uns engagieren
Die Allianz gegen die Feste Fehmarnbeltquerung arbeitet engagiert daran, im Rahmen der laufenden Planfeststellungsverfahren die drohenden Schäden für Anwohner, Tourismus und Landwirtschaft sowie für die Natur in Ostholstein und das Klima insgesamt bestmöglich zu reduzieren.
Noch gibt es die Möglichkeit, über Planänderungsverfahren Verbesserungen zu erreichen, etwa beim Thema Erhalt der Bäderbahn.
Nach wie vor gelten aber die Argumente gegen die Schienenanbindung und den Tunnel im Fehmarnbelt
- es gibt keinen Bedarf für die Feste Querung samt neuer Schienentrasse von Lolland/Dänemark bis Lübeck
- es bestehen vier etablierte, effiziente Alternativverbindungen zwischen Skandinavien und Deutschland
- es werden in hohem Maße Natur und Ökosysteme vernichtet, die auch für den Menschen lebenswichtig sind
- alleine der Bau des Tunnels emittiert über zwei Millionnen Tonnen CO2. Diese Menge ist durch den konsequenten Betrieb des Schienengüterverkehrs frühestens in 25 Jahren amortisiert
- die CO2-Emissionen durch den Bau der Schienenanbindung sind noch nicht einmal ermittelt
- die Kosten des gesamten Projekts sind bereits in der Planungsphase explodiert. Die Refinanzierung ist mehr als wackelig. Es ist ein Milliardengrab für Staats- und Steuergelder
* Werbeaussage der Vorhabenträger
